6. Warum wir nachts an roten Ampeln warten

In welchem Land trifft man auf Menschen, die nachts um drei mutterseelenallein brav an der roten Ampel warten, bis das Licht auf Grün umschaltet, um erst dann die Kreuzung zu überqueren? Natürlich in Deutschland! 

Während für viele unserer Schüler ein solches Verhalten nur schwer nachvollziehbar ist, gelten für viele Deutsche die Ampeln als “System deutscher Ordnung”. Schon als Kind lernt man: “Bei Rot musst du stehen, bei Grün darfst du gehen” und in den meisten Fällen hält man sich bis ins Erwachsenenalter an diese Regel. Beobachtet die Polizei, dass du bei Rot eine Fußgängerampel überquerst, ist das zwar keine Straftat, aber du musst für diese Ordnungswidrigkeit eine Strafe (ein “Bußgeld”) von etwa 5€ bezahlen. 

Anders verhält es sich bei Autofahrern, die vor lauter Ungeduld eine rote Ampel überfahren: Hier muss man mit einer deutlich höheren Strafe sowie 2 “Punkten in Flensburg” rechnen. War die Ampel bereits länger als eine Sekunde rot, droht sogar ein einmonatiges Fahrverbot.

Das Punktesystem regelt in Deutschland Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung. Je nach Schwere der Ordnungswidrigkeit kassieren die Autofahrer*innen Punkte, die im schlimmsten Fall mit dem Entzug der Fahrerlaubnis enden. Derzeit muss man den Führerschein abgeben, sobald man 8 Punkte erreicht hat. Die Ordnungswidrigkeiten und Straftaten werden zwischen 2,5 und 10 Jahren gespeichert, bevor ein Punkt verfällt. Übrigens spricht man von “Punkten in Flensburg”, da das entsprechende Bundesamt seinen Sitz in der norddeutschen Stadt Flensburg hat.

Strenge Regeln gelten aber nicht nur für Fußgänger und Autofahrer, sondern auch für Radfahrer. Nicht selten kommt es vor, dass Fahrradfahrer*innen von der Polizei aus dem Verkehr gezogen werden, wenn sie (auf dem Radweg) auf der falschen Straßenseite fahren oder betrunken auf dem Rad erwischt werden. Bei Fahrradfahrern gibt es zwar (anders als bei Autofahrern*) keine Promillegrenze, dennoch können die Behörden eine Strafanzeige bei auffälligem Fahren stellen. Sollte man in einen Unfall verwickelt sein und mehr als 1,6 Promille Alkohol im Blut haben, kassieren auch Fahrradfahrer Punkte in Flensburg. Im schlimmsten Fall kann man also auch durch Verstöße mit dem Fahrrad seinen Autoführerschein verlieren.

Die Regeln klingen hart, doch erweisen sich gerade im Straßenverkehr als sinnvoll, wenn man bedenkt, dass jedes Jahr etwa 3000 Personen durch Verkehrsunfälle sterben. Glücklicherweise ist diese Zahl im europäischen Vergleich gemessen an den Einwohnerzahlen verhältnismäßig gering.

Was lernen wir also daraus? An roten Ampeln schön brav warten, nicht betrunken Fahrrad (und natürlich Auto!) fahren und im besten Fall keine Punkte sammeln! 🙂 Wir sind sicher, dass du dich schnell an die Regeln in Deutschland gewöhnen wirst.

Wie ist das Verkehrssystem in deinem Land geregelt? Gibt es ein Punktesystem? Halten sich die Bewohner an Regeln und Ampeln?

*Für Autofahrer gilt eine Promillegrenze von 0,5. Doch schon mit 0,3 Promille muss man mit Sanktionen rechnen, wenn man in einen Unfall verwickelt ist oder auffälliges Fahrverhalten zeigt.

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